Donnerstag, 22. Juni 2006, 15:12 Uhr

Bald höhere Beiträge für Gutverdiener?

Möglicherweise steht den Gutverdienern in den gesetzlichen Krankenkassen bald eine deutliche Beitragserhöhung bevor. Das ist Inhalt eines Konzepts von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). Gibt es eine Beitragserhöhung?

Bald höhere Beiträge für Gutverdiener Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ möchte Schmidt die Beitragsbemessungsgrenze der GKV von derzeit 3562,50 Euro auf 5250 Euro (neue Bundesländer: 4400 Euro) monatlich erhöhen. Diese Grenze limitiert den prozentualen Anstieg der Beiträge.

Besonders Gutverdiener träfen diese Pläne hart, denn die Beiträge der gesetzlichen Krankenkassen würden im Westen um bis zu 127 Euro steigen, im Osten um bis zu 63 Euro. Offen ist derzeit, ob auch die Versicherungspflichtgrenze mitsteigt. Gegenwärtig darf nur wer mehr als 3937,50 Euro monatlich verdient, die gesetzliche Krankenkasse verlassen und in die Private wechseln. Für viele gesetzlich Versicherte lohnt es sich daher, jetzt über einen Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) nachzudenken, solange es noch möglich ist.

Weiterhin wird in Berlin über die Gesundheitsreform diskutiert. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger fordert nach Angaben des Magazins „Focus“ nach wie vor die Einbeziehung der PKV in einen möglichen Gesundheitsfonds und schlägt zudem eine Steuer auf die Beiträge vor, die ebenfalls in den Fonds fließen solle. Eine weitere Möglichkeit sei ein Gesundheitszuschlag auf die Lohn- und Einkommenssteuer.

Wie der „Focus“ weiter berichtet, unterstützt Bundeskanzlerin Angela Merkel nach wie vor das Fondsmodell. Es werde zu mehr Transparenz führen und Verwaltung bei den Kassen abbauen. Am 4. Juli sollen die Eckpunkte der Gesundheitsreform von den Fraktionen von SPD und CDU verabschiedet werden.

Vom Tisch ist laut einem Bericht der „Berliner Zeitung“ unterdessen die Kopfpauschale als mögliches Mittel zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen. Union und SPD einigten sich dem Blatt zufolge auf einen Entwurf, nach dem Arbeitgeber einen Betrag von maximal sechs Prozent des Einkommens in den Gesundheitsfonds zahlen. Die Arbeitnehmer sollen einen Anteil von rund sieben Prozent direkt vom Arbeitgeber ausgezahlt bekommen und ihren Versicherungsbeitrag dann selbst an die Krankenkasse ihrer Wahl überweisen. Je nach Wirtschaftlichkeit der Kasse könnten die Beiträge über oder unter sieben Prozent liegen. Damit werde das Interesse der Versicherten daran gestärkt, sich für eine günstige Kasse zu entscheiden.

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