Bald nur noch 50 Krankenkassen
Der Gesundheitsexperte der SPD, Karl Lauterbach, will eine drastische Reduzierung der Zahl gesetzlicher Krankenkassen und stößt damit innerhalb der großen Koalition nicht nur auf Zustimmung.
Im MDR- Fernsehen sagte Lauterbach, „wir brauchen keine 260 Kassen. 50 würden genügen.“ Die Bundesregierung könne durch den Beschluss von Mindestgrößen für Krankenkassen deren Marktchancen verbessern. Viele Kassen seien einfach zu klein für einen funktionierenden Wettbewerb.
Der gesundheitspolitische Sprecher der FDP- Bundestagsfraktion, Daniel Bahr, hält es dagegen für einen Irrglauben, dass weniger Kassen geringere Verwaltungskosten bedeuteten. Die Kosten für die Verwaltung von 1000 Krankenkassen im Jahr 1994 seien erheblich niedriger gewesen als gegenwärtig mit 253 Kassen, erklärte Bahr der Chemnitzer „Freien Presse“.
Die Pläne der Koalition für eine Mindestgröße von einer Million Mitgliedern beträfen nach einem Bericht des „Handelsblatts“ besonders kleine, gut wirtschaftende Kassen. Das Blatt schreibt, fünf von 13 Großkassen mit derzeit mehr als einer Million Mitgliedern hätten Verwaltungskosten von zum Teil deutlich über dem Durchschnittswert von 158,37 Euro pro Mitglied (2004). Spitzenreiter bei den Verwaltungskosten sei derzeit die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK, 189,09 Euro), gefolgt von der Barmer Ersatzkasse (188,31 Euro), aber auch die AOK Niedersachsen, AOK Bayern und die Techniker Krankenkasse lägen über dem Durchschnitt. Es beruft sich dabei auf Zahlen des Dienstes für Gesellschaftspolitik (dfg). Deutlicher besser wirtschaftete demnach die IKK Direkt mit ihren 300.000 Mitgliedern. Sie benötigte nur 68,04 Euro Verwaltungskosten je Mitglied. Auch andere solcher kleinen Kassen schnitten im Vergleich deutlich besser ab als der Durchschnitt.












