Montag, 22. Oktober 2007, 8:35 Uhr

Krankenkassenbeiträge – Bis zu 800 Euro sparen

Die Beiträge der gesetzlichen Krankenkassen sind mittlerweile auf das höchste Niveau der letzten Jahre gestiegen. Der höchste Beitragssatz liegt zurzeit bei 16,7 Prozent, ein Grund, warum die Krankenkassen Milliarden zurücklegen können. Ein Vergleich der Gesetzlichen Krankenkassen aller Bundesländer ergibt, dass man bei einem Wechsel bis zu 800 € im Jahr sparen kann.

Krankenkassenbeiträge - Bis zu 800 Euro sparen Das durchschnittliche Beitragsniveau liegt bei knapp 14 Prozent. Die Preisunterschiede können etwa 4 Prozent ausmachen, da nicht alle Kassen die Beiträge in die Höhe getrieben haben. In Berlin und Mecklenburg- Vorpommern zahlen die Versicherten z.B 15,8 Prozent, die IKK-Direkt gilt mit 12 Prozent als günstigster bundesweiter Anbieter. Am härtesten trifft es die Pflichtversicherten in der Nähe der Beitragsbemessungsgrenze von 3562,50 Euro brutto im Monat. Bei der AOK würden sie 281,40 Euro monatlich zahlen, bei der IKK- Direkt 213,72 Euro Arbeitnehmeranteil.

Das wäre im Jahr ein Unterschied von mehr als 800 Euro. Deutlich sparen können auch weniger Verdienende bei einem Wechsel. So spart ein Berliner Arbeitnehmer mit 2.500 Euro Einkommen im Monat bei einer günstigeren Kasse ca. 570 Euro pro Jahr. Wenn man von einer weiteren zu erwartenden Erhöhung der Beiträge zu Anfang des Jahres 2008 ausgeht, haben die Versicherten das Recht zu kündigen und zu wechseln.

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Für diese vorausschaubare weitere Erhöhung gibt es einen Grund: Die Krankenkassen sollen, nach Ansicht der Bundesregierung, bis 2009 schuldenfrei sein, weil in diesem Jahr der Gesundheitsfonds eingeführt werden soll. Das würde besonders den Ortskrankenkassen schwerfallen, die einen höheren Anteil an geringer Verdienenden und Arbeitslosen versichern. Laut Angaben des Gesundheitsministeriums haben von den 242 gesetzlichen Kassen bereits 185 Krankenkassen finanzielle Reserven gebildet. In diesem Jahr werden Milliardenüberschüsse erwirtschaftet. Deshalb hoffen die Versicherten natürlich auf Senkung der Beiträge. Branchenexperten vermuten jedoch, dass sich die Kassen ein Finanzpolster schaffen wollen, weil voraussehbar ist, dass die Zeiten noch härter werden.

Es wird starke Veränderungen im Wettbewerb der Kassen geben. Ab 2009 gibt es für alle Versicherten gleiche Beitragssätze, dann sind die Unterschiede nur noch in der Höhe der Zusatzprämie, die anfällt, wenn der Grundbeitrag nicht zur Deckung der Kosten ausreicht. Die Zulage wird durch den Bund auf 1 Prozent maximal begrenzt. Krankenkassen, die mit dem Basisbeitrag auskommen, sind in der Lage, Beiträge zurückzuerstatten. Verbraucherschützer schätzen ein, dass die Höhe der Rückerstattung den Vorteil für den Patienten ausmacht. Es lohnt sich also bis dahin ein Wechsel von einer sehr teuren zu einer günstigeren Krankenkasse. Bis es soweit ist, vergeht noch mehr als ein Jahr.

Für diesen Zeitraum lohnt sich nach Angaben der Verbraucherzentrale (VZBV) ein Wechsel zur günstigeren Kasse – insbesondere, wenn die derzeitige Versicherung deutlich über dem Durchschnitt liegt. Der Wechsel ist laut den Verbraucherschützern auch besser als die Einstufung in einen der neuen Wahltarife der teureren Kasse, denn “Der beste Wahltarif kompensiert keinen hohen Beitragssatz”, meint Dr. Stefan Etgeton, Referent für Gesundheit beim Bundesverband der Verbraucherzentralen.

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