Freitag, 14. März 2008, 12:04 Uhr

Finanzentwicklung Gesetzliche Krankenversicherung 2007

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) konnte laut vorläufigen Finanzergebnissen erneut einen Überschuss erwirtschaften. Im Jahr 2007 handelt es sich dabei um 1,78 Milliarden Euro. Die Einnahmen betrugen 155,40 Milliarden Euro, die Ausgaben beliefen sich auf 153,62 Milliarden Euro. Somit ist es zu einer weiteren Verbesserung gegenüber 2006 gekommen.

Finanzentwicklung Gesetzliche Krankenversicherung 2007Bereits in den letzten 3 Jahren konnten die gesetzlichen Krankenkassen Überschüsse erwirtschaften. 2006 wurde das positive Jahresergebnis von 1,63 Milliarden Euro erzielt. Gegenüber der aktuellen Einsparung von 1,78 Milliarden Euro steht jedoch eine Netto-Verschuldung, die sich 2003 auf etwa 6 Milliarden Euro belief. Es ist den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) durch die positiven Geschäftszahlen der letzten Jahre gelungen, für einen ausgeglichenen Haushalt zu sorgen und die angesammelten Schulden abzubauen. Die GKV nennt 3,2 Milliarden Euro Finanzreserven ihr Eigen.

Gesamtheitliche Entschuldung bis 2009 geplant

Neben den Krankenkassen, die bereits in der Lage waren, ihren Haushalt auszugleichen, gibt es auch Kassen, die dazu noch nicht in vollem Maße in der Lage sind. 2006 waren 187 Kassen von insgesamt 242 Krankenkassen fähig Rücklagen zu bilden. Die exakten Zahlen für 2007 werden im Sommer vorliegen. Durch gezielte Entschuldungspläne wird ein positiver Konsolidierungstrend erwartet. Die vollständige Entschuldung aller Kassen ist bis spätestens 2009, pünktlich zum Start des Gesundheitsfonds, geplant. Nach sieben Jahren ist die Gesetzliche Krankenversicherung nun endlich wieder in der Lage, ein Viertel der monatlichen Ausgaben abzusichern.

Abgesehen von der Knappschaft-Bahn-See und den landwirtschaftlichen Krankenkassen ist es zu einem gesamtheitlich positiven Finanzergebnis gekommen. Bei den Überschüssen haben sich besonders die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) hervorgehoben. Sie erreichten ein Plus von 943 Millionen Euro.

Die gravierenden Beitragserhöhungen fast aller Krankenkassen zu Beginn 2007 dürfen nicht außer acht gelassen werden. Durch sie gelang es den abgesenkten Bundeszuschuss und die erhöhte Mehrwertsteuer (die sich auf den Verkaufspreis der Medikamente auswirkt) zu kompensieren und ein positives Ergebnis zu erzielen.

Verwaltungskosten nur gering gestiegen

Auch bezüglich der Verwaltungskosten ist Positives zu berichten. Die allgemeine Steigerung ist mit 0,4 Prozent gering geblieben. Allerdings kam es zu starken Zuwächsen bei den Betriebskrankenkassen (BKK) und der Knappschaft-Bahn-See. Hier handelte es sich um ca. 8 Prozent. Die AOK hingegen konnte den Kostenfaktor Verwaltung weitgehend stabil halten oder teilweise sogar reduzieren. Laut Einschätzungen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) kann die GKV mit einer “stabilen finanziellen Grundlage” in den Gesundheitsfonds starten.

1 Kommentar zu “Finanzentwicklung Gesetzliche Krankenversicherung 2007” anzeigen

  1. 1
    am 29. Mai 2008 um 18:45 Uhr

    [...] Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung betragen 2007 153,62 Mrd. Euro. Der durchschnittliche Beitragssatz betrug 2007 14,8 % [...]

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