Warnung vor gefälschten Medikamenten
Wieder sind gefälschte Medikamente oder Imitate von Arzneimitteln verstärkt im Umlauf. Zoll und Bundeskriminalamt warnen eindringlich vor solchen Stoffen. Zollbeamte beschlagnahmten immer mehr illegale und gefälschte Präparate.
Die Bundesregierung ist durch den dramatischen Anstieg der Arzneimittelkriminalität alarmiert und diskutiert Gegenmaßnahmen. Es gibt keine verlässlichen Zahlen über das Ausmaß der Fälschungen.
Schätzungen beziffern die jährlichen Umsätze auf 16 bis 18 Milliarden Euro. Die Weltgesundheitsorganisation WHO vermutet, dass der Markt in den kommenden Jahren rasant anwachsen wird. Umsatzschätzungen gehen von 75 Milliarden Euro für das Jahr 2010 aus. Die Organisation nimmt an, dass weltweit 10 Prozent aller Medikamente keine Originale sind.
Beliebtes Absatzgebiet Südostasien
Besonders die Entwicklungsländer sind ein profitables Absatzgebiet. Unzählige Variationen, von Imitaten über wirkungslose Attrappen bis hin zu giftigen Mischungen, überschwemmen die Märkte. Schätzungen zufolge sind mehr als 50 Prozent aller verkauften Malariamittel in Südostasien, in Afrika oder in lateinamerikanischen Ländern Produkte krimineller Hersteller.
Die Auswirkungen solch falscher Medikamente sind immens: Im Jahr 2001 starben in China über 100.000 Menschen, die falsche oder unwirksame Medikamente genommen hatten. Kinder starben durch gepanschten Fiebersirup oder an Hustensaft, der mit Lösungsmitteln gestreckt wurde.
Original Wirkstoff nur in geringer Mengen enthalten
Die nackte Profitgier treibt widerliche Blüten. In vielen Medikamenten ist zwar der originale Wirkstoff enthalten, aber nur in äußerst geringer Konzentration. Das macht nicht nur das Medikament unwirksam, sondern es bilden sich Bakterienstämme, die langsam aber sicher immun gegen den Wirkstoff werden. So wird beispielsweise der Kampf gegen die Malaria völlig aussichtslos. Die Moskitos übertragen die resistenten Erregerstämme auf den Menschen, und die originären Antibiotika helfen ebenfalls nicht mehr.
Doch auch in den reichen Industrieländern gehen die Fälscher gezielt vor. Das Internet ist ein exzellentes Forum für Fälscher und Betrüger. Viagra, Schlankheitsmittel und Anabolika werden an jeglichen Kontrollen vorbei über das Internet verkauft. Fatal ist auch, dass viele in Deutschland verschreibungspflichtige Arzneimittel im Ausland frei verkäuflich sind. Mit einem Klick im Internet kann man so einen lästigen Arztbesuch umgehen und vor allem bei chronischen Krankheiten einfacher an sein Medikament kommen.
Fälschungen schaden Wirtschaft
Es gab bereits Überlegungen, zum Schutz der Bevölkerung den gesamten Versandhandel mit Arzneimittel zu verbieten. Natürlich sind die Online-Apotheken dagegen Sturm gelaufen. Kunden von seriösen Internetapotheken haben auch nichts zu befürchten. Die Kontrollen in den Industrieländern sind zwar nicht unfehlbar, bedeuten aber schon ein gewisses Maß an Sicherheit.
Es sei auch an dieser Stelle vor allen Billig-Medikamenten gewarnt, deren Herkunft nicht ganz deutlich und nachvollziehbar ist. Kauft man irgendwo die billige Kopie einer Rolex, so schadet man sicherlich dem originalen Hersteller und auch der gesamten Wirtschaft. Der Kauf eines gefälschten Medikamentes allerdings kann richtig teuer werden. Man zahlt letztlich mit der eigenen Gesundheit, vielleicht sogar mit dem eigenen Leben.












