Langzeitstudie: Herzinfarkt-Risiko durch Rauchen
Eine britische Langzeitstudie hat ergeben, dass der Verzicht auf Zigaretten das Risiko eines Herzinfarktes am stärksten vermindert. Der positive gesundheitliche Effekt auf das Herz-Kreislauf-System ist entschieden größer als die Senkung erhöhten Blutdrucks oder die Regulation der Blutfettwerte.
In England ist in den letzten Jahren die Anzahl der Herzinfarkte deutlich gesunken. Kaum eine Untersuchung hat die Gründe dafür aufgezeigt. Es gab keine detaillierte Untersuchung bestimmter Risikofaktoren, deren Abbau diese Entwicklung angestoßen und ermöglicht hat.
„The British Regional Heart Study“ startete im Jahr 1978. Die Ärzte befragten über 7000 britische Männer zwischen 40 und 59 Jahren aus allen Teilen Großbritanniens. Die Beobachtungen liefen 25 Jahre lang.
Die Probanden beantworteten zu Beginn der Studie differenzierte Fragen über ihren Zigaretten- und Alkoholkonsum, ihre sportlichen Aktivitäten und über ihr Körpergewicht. Die gleichen Fragen wurden nach 5, 13, 17 und 20 Jahren noch einmal gestellt und beantwortet. Die Datenerhebungen am Anfang der Untersuchung bezogen sich auf folgende Gebiete: Blutdruckwerte und Gesamtcholesterin, das HDL-Cholesterin und der Body-Mass-Index (BMI) wurden ermittelt. Die Studie, durchgeführt von Dr. Sarah L. Hardoon (Master of Science) und weiteren Kollegen, kamen zu interessanten Schlussfolgerungen.
Ergebnisse der Untersuchung
Altersbedingtes Risiko
Das Risiko für einen Myokardinfarkt wurde innerhalb von 20 Jahren mehr als halbiert. Relativ gesehen ist das Risiko seit 1978 um 62 Prozent gesunken.
Risiko durch Rauchen
Zweifelsfrei trug die ständig sinkende Zahl der Raucher zu dieser positiven Entwicklung bei. Die verminderten Risiken lassen sich zu 23 Prozent darauf zurückführen.
Gefahren durch zu hohe Blutdruckwerte und Blutfette
Die bessere Einstellung des Blutdrucks konnte das Risiko eines Infarktes um ungefähr 13 Prozent senken. Die höheren Werte des HDL-Cholesterins, also des „guten“ Blutfettes, das Gefäßablagerungen verhindert, hatte einen Anteil von zwölf Prozent. Die Veränderungen des Cholesterins insgesamt verursachten eine zehnprozentige Senkung des Risikos.
Bewegung und Alkohol
Sportliche Betätigung und allgemeine Steigerung der täglichen Bewegung schlugen mit fünf Prozent zu Buche. Die Verringerung des Alkoholkonsums brachte es lediglich auf einen Prozentpunkt.
Body-Mass-Index (BMI)
Der Body-Mass-Index, ein eher umstrittener Wert und nur von grober und allgemeiner Bedeutung, nahm im Verlauf der Studie zu. Dieser Wert deutete eher auf eine Zunahme des Infarktrisikos hin.
Fazit der Studie
Die vier Faktoren Zigarettenkonsum, gut eingestellter Blutdruck, HDL-Cholesterin und LDL-Cholesterin sind die bestimmenden Faktoren, die das Herzinfarktrisiko senken können. Verzicht, Normalisierung oder gute medizinische Einstellung sind Grundlage für 46 Prozent der Risikominderung. Es kam in der Studie nicht zum Ausdruck, ob die Optimierung der Blutdruck- und Blutfettwerte durch Behandlungen mit entsprechenden Medikamenten oder durch eine generelle Umstellung der Lebensweise zustande kamen.












