Montag, 24. März 2008, 8:19 Uhr

Anstieg der Krankenkassenbeiträge auf 20 Prozent?

Ingo Kailuweit, Vorsitzender der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) rechnet mit einem Anstieg der Krankenkassenbeiträge auf bis zu 20 Prozent in den nächsten zehn Jahren. Der durchschnittliche Beitrag würde damit um über fünf Prozentpunkte ansteigen.

Anstieg der Krankenkassenbeiträge auf 20 Prozent Derzeit liegt der Beitrag, den die Versicherten bezahlen müssen, bei durchschnittlich 14,8 Prozent. Jedoch schon für das Jahr 2009 geht der Vorsitzende der Krankenkasse von einem Durchschnittsbeitrag von 15,5 Prozent aus. Kailuweit ist der Meinung, die von der Politik in Gang gesetzten Reformen griffen nur kurzfristig. Er fordert ein Mitspracherecht der Krankenkassen bei Fragen der Kostengestaltung und sieht die Politiker ebenfalls in der Pflicht, übermäßige Kosten von den Unternehmen fernzuhalten.

Die Belastung für die Unternehmen sei erheblich, da sie in gleichem Maße wie ihre Mitarbeiter die nicht unbeträchtlichen Mehrkosten tragen müssten. Kailuweit fordert daher von der Politik neben weitergehenden Sparmaßnahmen auch mehr Wettbewerb, um dieser Kostenexplosion entgegenzuwirken.

Experten und Vorstände stimmen zu

Die Meinung Ingo Kailuweits wird von Vorständen anderer großer Krankenkassen und Experten im Gesundheitswesen weitgehend geteilt. Das Ministerium hingegen bezeichnet die Aussagen des Krankenkassenchefs als Unfug. Es sei noch viel zu früh für derartige Prognosen. Erst im letzten Quartal diesen Jahres könne man nähere Aussagen zur Entwicklung im Jahr 2009 treffen.

Grundlage für Berechnungen sei die Gegenüberstellung der Ausgaben und Einnahmen Ende des laufenden Jahres. Die Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, SPD, vertritt die Meinung, dass die Beiträge aufgrund der durchgeführten Reformen über mehrere Jahre stabil bleiben könnten. Die Krankenkassen hätten 2007 einen Überschuss im Milliardenbereich eingefahren und seien damit saniert.

Übertriebene Beitragsplanung

Vor einer Verunsicherung der Bevölkerung durch “übertriebene Beitragsplanungen” warnte der Unions-Fraktionsvize und Gesundheitsexperte Wolfgang Zöller von der CSU. Auch der Apothekerverband bekundet, dass die in Gang gesetzten Reformen sich nachhaltig auf die Gesundheitsausgaben ausgewirkt hätten. In den zehn Jahren von 1995 bis 2005 sei der Ausgabenanstieg niedriger als in allen 29 Vergleichsländern ausgefallen. Der Apothekerverband beruft sich dabei auf eine von der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) in Auftrag gegebene Studie.

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