Krankenkassen gegen Stress beim Studium
Die Techniker Krankenkasse (TK) hat zusammen mit der Universität Bielefeld 3300 Studierende nach ihren Problemen gefragt. Danach ist das Studium heutzutage nur noch eines, nämlich purer Stress. Viele Studenten versuchen, die Belastungen mit allen Mitteln erträglicher zu machen.
Die landläufige Vorstellung vom lustigen Studentenleben ohne Pflichten und ohne Verantwortung stimmt schon lange nicht mehr. Prüfungen, Klausuren und Tests sind an der Tagesordnung, vor allem seit Einführung der neuen Bachelor- oder Masterstudiengänge. Sie verkürzen und straffen das Studium. Die Anforderungen an die Studenten werden immer größer, und diesem Druck versuchen immer mehr Studierende mit Alkohol, Drogen und Medikamenten auszuweichen.
Universitäten sind besorgt
Vielleicht brauchen sehr viele der Hochschüler Hilfestellungen. Es ist nicht immer leicht, die richtige Diagnose bei ständigen Beschwerden zu stellen. Es gibt oft starke Hemmungen, die Ursachen von gesundheitlichen Störungen in der psychischen Verfassung zu suchen. Immer noch werden seelische Probleme negiert und ignoriert.
Die Universität Münster hat eine Untersuchung über derartige Komplikationen durchgeführt. Demnach hat jeder dritte Hochschüler Ausfälle in Bezug auf Alkohol. Ebenso ist der wachsende Verbrauch von Haschisch festzustellen. Die durchschnittliche Einnahmedauer für Antidepressiva beträgt bei Studenten fünf Tage, während alle anderen Arbeitnehmer in Deutschland pro Jahr dreieinhalb Tage solche Medikamente einnehmen müssen. Entspannung ist offensichtlich für Studenten ohne Drogen und Medikamente kaum noch möglich.
Erschreckende Ergebnisse der Umfrage
Die Warnungen der Experten haben immer nur eine Tendenz: Studium heute bedeutet kein lockeres Leben mit viel Freizeit, sondern erheblichen Stress mit nervlichen und gesundheitlichen Belastungen. Die Ergebnisse der TK-Umfrage hatten ein durchaus alarmierendes Ergebnis: 16 Prozent der Studierenden beklagten depressive Verstimmungen, 25 Prozent hatten Nacken- oder Rückenschmerzen und starke Konzentrationsschwierigkeiten. Die Ursachen sind für die Sprecherin der Krankenkassen, Andrea Kleinbreuer, kein Geheimnis. Es beginnt bei ungesunden Stühlen in überfüllten Hörsälen, geht weiter mit großem Zeitdruck und endet bei finanziellen Sorgen wegen der Studiengebühren. Ein Studentenleben ist heute eher belastend, weil der Druck auf die Studierenden von allen Seiten ausgeübt wird.
Die Krankenkassen beugen vor
In der Vorbeugung liegt die einzige Chance. Deshalb entwickeln die Krankenkassen in Zusammenarbeit mit den Hochschulen gezielt Programme für Studenten. Die Themen der Kurse drehen sich alle im Grunde um ein Studium ohne Stress. Dazu gehört zum Beispiel gesundes Sitzen am Schreibtisch, aber auch ein gutes Zeitmanagement. Ebenfalls kann die Erfahrung sehr hilfreich sein, wie man sich ohne Drogen, Alkohol oder Medikamente entspannen kann. Informationen zu diesen Themen und zu den Kursangeboten gibt es bei jeder deutschen Krankenkasse.












