Berliner Gesundheitspreis 2008 gestartet
Der Berliner Gesundheitspreis 2008 wurde am 30. April 2008 gestartet. Der Preis wird im zweijährigen Rhythmus gemeinsam von der Ärztekammer Berlin, der Berliner AOK und dem Bundesverband der AOK ausgerichtet. Die sehr angesehene deutsche Auszeichnung ist insgesamt mit 50.000 Euro dotiert.
Das diesjährige Thema der Aktion ist „Adherence“, ein Konzept, das Patienten aktiv in Therapien, Untersuchungen und ärztliche Entscheidungen einbezieht. „Gesagt ist nicht Getan“ ist in diesem Jahr das Motto der Ausschreibung. Schätzungen zufolge werden in jedem Jahr Medikamente im Wert zwischen zehn und zwanzig Milliarden Euro in den Mülleimer geworfen. Die abgebrochenen und nicht durchgehaltenen Therapien, Diäten, Kurse oder Schulungen sind kaum zu beziffern. Oft ist die Ursache für solche Misserfolge, dass die angeordneten Maßnahmen für den Patienten nicht zu durchschauen sind.
Kommunikation als Heilmittel
Die grundlegende Frage ist, wie Patienten dazu gebracht werden können, eine Behandlung konsequent durchzuhalten. Verordnete Medikamente müssen regelmäßig eingenommen werden. Oft ist es notwendig, Verhaltensweisen zu ändern, die definitiv einer Krankheit Vorschub leisten und deshalb kontraproduktiv sind. Studien belegen, dass Behandlungserfolge um so größer sind, je weniger der Arzt über den Kopf des Patienten hinweg entscheidet.
„Adherence“ bedeutet vor allem gute Kommunikation, die weder belehrend wirkt noch nur aus einseitigen Anordnungen besteht. Wichtig ist der partnerschaftliche Stil der Gespräche und die möglichst hohe Übereinstimmung der medizinischen Möglichkeiten mit Lebensstil und alltäglichem Leben des Patienten. Konzepte und die Umsetzungen der Therapien müssen von Arzt und Patient gemeinsam entwickelt werden. Ohne die Berücksichtigung der Patientenrealität ist das Scheitern der Therapien bereits im Anfangstadium angelegt.
Mehr Verantwortung in Patientenhand
Vielleicht ist nicht immer das optimale Therapiekonzept zu erreichen, aber auf diese kooperative Weise ist es möglich, dass der Patient mehr Verantwortung für sich und seine Gesundheit übernehmen kann. Umfassende und vor allem verständliche Informationen über die eigene Krankheit und die Behandlungsmöglichkeiten, aber auch Informationen über zu erwartende Belastungen und Probleme tragen dazu bei, dass der Patient die Behandlung auch zu Ende führt und nicht abbricht. Spricht der Arzt mit seinem Patienten “auf Augenhöhe”, werden Eigenverantwortung und Sebstbewußtsein gestärkt.
Der siebte Berliner Gesundheitspreis
Der Berliner Gesundheitspreis wird in diesem Jahr zum siebten Mal vergeben. Gesucht werden Arztpraxen oder andere Einrichtungen, die Konzepte zur besseren Kommunikation mit den Patienten bereits erproben oder praktisch umsetzen. Ebenso können sich Forschungsprojekte bewerben. Angesprochen sind auch Einrichtungen, die Schulungen auf dem Gebiet verantwortlicher Kommunikation anbieten. Die Ausschreibungsfrist endet am 30. September 2008. Eine Jury von Vertretern aus Wissenschaft, Medizin und Politik entscheidet über die Preisvergabe im Frühjahr 2009 in Berlin.












