Donnerstag, 8. Mai 2008, 17:13 Uhr

Wechsel für PKV Versicherte mit Folgen

Nun sagen auch die Versicherungsmathematiker: Die Gesundheitsreform muss aufgehalten werden. Eine gründliche Überarbeitung des Reformwerks ist ihrer Ansicht nach dringend nötig. Die besondere Problematik wird deutlich, sollten viele privat Versicherte in den neuen Basistarif der Privaten überwechseln.

Wechsel für PKV Versicherte mit FolgenDie nächste Beitragserhöhung ist bereits so gut wie sicher. So beurteilen die Mathematiker die Auswirkungen der Gesundheitsreform auf die Mitglieder der privaten Krankenversicherungen (PKV). Die Deutsche Aktuarvereinigung ist der Meinung, dass Nachbesserungen dringend notwendig und nicht aufzuschieben sind. Die Vereinigung ist die allgemeine Interessenvertretung der Versicherungsmathematiker in Deutschland.

Im Visier - der Wechsel in den Basistarif

Nach der Regelung der Gesundheitsreform können auch privat Versicherte den Basistarif für ihre Absicherung wählen. Allerdings ist das Umsteigen nur vom 01. Januar 2009 bis zum 30. Juni 2009 möglich. In dieser Zeit können die Wechselwilligen auch ihre Altersrückstellungen in die neue Versicherung mitnehmen. Findet die Umstellung zu einem späteren Zeitpunkt statt, sind keine Mitnahmen mehr erlaubt.

Für alle privat Versicherten, die in ihrer angestammten Krankenversicherung bleiben wollen oder auch müssen, könnte des Abwandern vieler Mitglieder weitreichende Folgen haben. Es ist durchaus zu erwarten, dass junge, gesunde Menschen zu einem Versicherer mit günstigeren Angeboten übergehen werden. Für die, die bleiben wollen oder wegen einer Krankheiten nicht wechseln können, kann das ziemlich teuer werden.

Die Kalkulation des Beitrages wird von vielfältigen Faktoren beeinflusst. Die Altersstruktur sowie die Höhe der Altersrückstellungen fließen in die Berechnungen ein. Der Wechsel von Bestandskunden in die Basistarife anderer Versicherungsgesellschaften wird aller Voraussicht nach die wirtschaftlichen Ergebnisse der PKV verringern. Das wiederum wird sich mit Sicherheit in der Beitragshöhe bemerkbar machen. Die Aufwendungen eines möglichen Massenwechsels gehen eindeutig zu Lasten der Versicherten.

Klare Regelungen sind notwendig

Das Umsteigen in den Basistarif muss sehr viel deutlicher kanalisiert werden. Bestandsversicherte können nur einmalig und auch nur im ersten Halbjahr 2009 ausschließlich in den Basistarif wechseln. Auch sollte die Senkung der Beiträge durch den neuen Tarif begrenzt werden. Jeder weitere Wechsel sollte dann ausschließlich in den normalen Tarif der PKV gestattet sein. Das sind die Vorschläge der Aktuarvereinigung, die ohne diese Maßnahmen mittelfristig eine ständig wachsende Kostenbelastung der Versicherten prognostiziert.

Gute Beratung beim Wechsel unabdingbar

Wenn auch ein Wechsel in einen Basistarif der privaten Krankenversicherung vereinfacht wurde und für viele verlockend sein könnte, muss man sich doch gut vor einem solchen Schritt informieren. Neben Leistungen und Beiträgen sollte auf den Umgang des Versicherers mit seinem Klientel geachtet werden. Wichtig wäre zu erfahren, ob es viele Beschwerden gibt und ob Leistungen oft verweigert werden. Ausschlaggebend könnte auch sein, wie im allgemeinen mit Geldern und den Altersrückstellungen verfahren wird. Intensive und kompetente Beratung ist also bei jedem Wechsel angesagt.

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