Freitag, 9. Mai 2008, 7:24 Uhr

Kostenlose Hautkrebsvorsorge ab Juli 2008

Zum 01. Juli 2008 startet in Deutschland ein umfassendes Hautkrebs-Screening. Die kostenfreie Vorsorge wird von den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) finanziert. Die Untersuchungen werden von Dermatologen und speziell ausgebildeten Hausärzten vorgenommen.

Kostenlose Hautkrebsvorsorge ab Juli 2008Dr. Michael Reusch, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen (BVDD), hält dieses Angebot an die Versicherten der GKV für „weltweit einmalig“.

Auf einer Veranstaltung in Berlin betonte Dr. Reusch die Exklusivität des Screenings und machte deutlich, dass sein Verband sehr stolz auf den erreichten Fortschritt in Sachen Hautkrebs ist. Vom Juli 2008 an können die Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen, die das 35. Lebensjahr vollendet haben, alle zwei Jahre ein Hautkrebs-Screening in Anspruch nehmen.

Der Untersuchungsumfang

Die gesamte Hautoberfläche wird begutachtet. Ebenso werden die Schleimhäute, die ohne Aufwand einzusehen sind, einer Kontrolle unterzogen. Zusätzlich zu der Ganzkörperuntersuchung wird eine Anamnese gemacht. Dabei geht es darum, wie der einzelne mit Licht und Sonne umgeht und ob es Strahlenbelastungen gibt. Außerdem gibt es für den Untersuchten Hinweise zum Umgang mit Risikofaktoren und Verhaltensmaßregeln zum Schutz vor Hautkrebs.

Die untersuchenden Ärzte

Das Screening führen Fachärzte oder speziell geschulte Hausärzte durch. Ist der untersuchende Arzt ein Hausarzt, überweist er den Patienten bei einer verdächtigen Pigmentierung zum Dermatologen. Dort wird dann die weitere Diagnose gestellt und entsprechende Therapien eingeleitet. Die Hausärzte absolvieren Schulungen, die sie innerhalb von acht Stunden für die Untersuchungen befähigen. Die regionalen Schulungen werden entweder über die Kassenärztlichen Vereinigungen oder die Ärztekammern organisiert.

Im Moment noch ungeklärte Punkte

Es gibt zwar noch einige wenige Probleme. Dr. Reusch ist aber sicher, dass die Unstimmigkeiten bis zum Start der Untersuchungen geklärt sind. Die Honorarfrage ist bisher noch nicht gelöst. Ebenso gibt es noch Klärungsbedarf über das genaue Vorgehen bei verdächtigen Befunden und Fragen der Erstattung.

Nach Ansicht des BVDD als auch der dermatologischer Fachverbände wäre ein jährliches Screening noch effektiver. Auch würden Fachmediziner die Vorsorge gerne auch für Menschen durchführen, die jünger als 35 Jahre sind. Moderne Diagnosemöglichkeiten wie eine dermoskopische Untersuchung könnten zusätzlich in das Vorsorgeprogramm übernommen werden.

Aber dieses Angebot im Zweijahresintervall ist aber bereits ein großer Fortschritt. Wissenschaftliche Bewertungen und Auswertungen sollen nach einem Zeitraum von fünf Jahren erfolgen.

1 Kommentar zu “Kostenlose Hautkrebsvorsorge ab Juli 2008” anzeigen

  1. 1
    Michael Kroner meint:
    am 25. Mai 2008 um 13:24 Uhr

    …und Personen unter 35 Jahren werden weiter an Hautkrebs erkranken, wenn sie sich die Arztkosten (ca. 40€) nicht leisten können. Entweder sollten alle Menschen davon profitieren oder man sollte die Kosten stark senken.

Vollständiger Name:

E-Mail: (wird nicht angezeigt)

Website: (optional)

Spamschutz: Summe aus 1 + 2 ?

Hinweis: Wir freuen uns über Ihre Kommentare. Bitte bleiben Sie sachlich und konstruktiv. Alle Kommentare werden vor der Veröffentlichung von einem Moderator überprüft und sind nicht für jeden Besucher sofort sichtbar. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung.