Montag, 2. Juni 2008, 16:28 Uhr

Zusatzbeitrag und Zusatzbonus - Umfrage der BKK

Der BKK-Bundesverband hat im Februar und im März diesen Jahres 1.179 Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung nach ihrer Meinung zu künftigen Zusatzbeiträgen und Prämien befragt. Im Zuge dieser Telefoninterviews wurden Kunden zwischen 18 und 65 Jahren befragt.

Zusatzbeitrag und Zusatzbonus - Umfrage der BKKSollte die eigene Krankenkasse Zusatzbeiträge verlangen, so wäre das für 35 Prozent der Versicherten ein guter Grund, sich einer anderen Krankenkasse zuzuwenden. Zumindest würden diese Kunden einen Wechsel ernsthaft in Erwägung ziehen. Vom Januar 2009 ab können Gesetzliche Krankenkassen einen Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern verlangen, wenn es die finanzielle Situation erforderlich macht.

Zusatzbeitrag oder Prämie

Sollte eine Krankenkasse mit dem festgesetzten Einheitsbeitrag nicht auskommend, besteht nach Einführung des Gesundheitsfonds die Möglichkeit, einen zusätzlichen Beitrag zu erheben. Ist aber die Finanzlage einer Krankenkasse sehr positiv, können Prämien an die Mitglieder ausgezahlt werden. Solche Sonderzuwendungen wären für viele Versicherte Grund und Anreiz genug, die Krankenkasse zu wechseln. Gibt es eine Prämie von 10 Euro, würde das 27 Prozent der Versicherten zum Wechsel bewegen können. Würden aber 20 Euro als Bonus ausgezahlt, würden sogar die Hälfte der Befragten ihrer alten Krankenkasse den Rücken kehren.

Service und gute Leistung halten Versicherungskunden

Bemerkenswert ist aber die Tatsache, dass offensichtlich gute Leistungen und guter Service die Bereitschaft zum Wechsel der Krankenkasse deutlich sinken lässt. Zufriedenheit mit den Angeboten und dem Kundenservice lassen die Versicherten treu zu ihrer Krankenkasse stehen. Gibt es jedoch Konkurrenzangebote mit besseren Leistungen, würden dagegen 45 Prozent dieser Konkurrenz den Vorzug geben. Die Neukunden sind am ehesten und am zahlreichsten zu einem Wechsel bereit, aber es sind immerhin auch 44 Prozent der Langzeitversicherten, die bei einem optimierten Leistungsangebot ihrer Krankenkasse den Rücken kehren würden.

Skepsis beim Gesundheitsfonds

Der Gesundheitsfonds steht momentan im Mittelpunkt der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Änderungen der Beitragsfindung und Beitragserhebungen beschäftigen alle Betroffenen. Die Umfrage hob ebenfalls auf die Einschätzung der Auswirkungen des Gesundheitsfonds ab. Rund zwei Drittel der Befragten fürchtet die Reduktion der Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen auf eine „Grundversorgung“. Dagegen stehen die geäußerten Wünsche, wie mit möglichen Überschüssen verfahren werden sollte. 64 Prozent erhoffen sich eine Ausweitung und Verbesserung der Krankenkassenleistungen, lediglich 36 Prozent ziehen die Auszahlung von Prämien vor.

Langfristige Kundenbindung muss primäres Ziel sein

Die Quintessenz aus dieser Umfrage kann nur bedeuten, dass die Bemühungen der Krankenkassen auf langfristige Bindung ihrer Versicherten ausgerichtet sein müssen. Erweiterte Leistungsangebote als dominanter Teil des Marketings werden die Profile der Krankenkassen verbessern. Bei ständigen Leistungskürzungen kann sich eine Krankenkasse so als leistungsstark darstellen. Sie kann dann glaubhaft machen, an den Bedürfnissen der Versicherten orientiert zu sein.

Prämienzahlungen werden wahrscheinlich nur zu kurzfristigen Erfolgen führen, denn solche Kunden werden nicht langfristig gebunden werden können. Sie werden sich immer wieder nach höheren Prämienzahlungen ausrichten und zu diesen Anbietern wechseln.

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