Donnerstag, 12. Juni 2008, 13:00 Uhr

Unterschiedliches Echo auf die Pläne zur PKV-Reform

Das Gesundheitsministerium befürwortet die Pläne der privaten Krankenversicherer für einen grundlegenden Systemumbau. Die großen Versicherungskonzerne haben Überlegungen zu einer einheitlichen Krankenversicherung und dem Ende der Trennung von GKV und PKV angestellt.

Unterschiedliches Echo auf die Pläne zur PKV-ReformStaatssekretärin Marion Caspers-Merk von der SPD begrüßte die ökonomische und sozialpolitische Kompetenz, die ihrer Ansicht nach endlich Einzug in die Diskussion hält. Sie gibt den aktuellen Überlegungen und Denkanstößen gute Chancen, denn die Szenarien orientieren sich an der Realität. Das Ministerium sei schon lange der Meinung, dass die definitiv stark steigenden Gesundheitskosten nur in einem einheitlichen Markt zu bewältigen sind.

Langfristig lässt eine immer älter werdende Bevölkerung den Organisationen keine andere Wahl. Doch eine derartige Reform lässt sich natürlich nicht von heute auf morgen realisieren. Die Staatssekretärin gab einen Rahmen von 20 Jahren vor. Dann müssten die Probleme der demografischen Entwicklungen ihren Höhepunkt erreicht haben.

Grüne und SPD für Denkmodell

Auch die Partei der Grünen sieht die Überlegungen zu einem einheitlichen Markt als positiven Denkanstoß. Ein geteilter Versicherungsmarkt mache langfristig keinen Sinn. Das hätten nun auch die privaten Krankenversicherer erkannt. Die Vorschläge bewegen sich auf eine Bürgerversicherung zu, und das ist nach Ansicht der Grünen der richtige Weg. Karl Lauterbach von der SPD sieht die Entwicklung ähnlich und gab in diversen Interviews positive Statements ab. Zudem hält er die PKV in ihrer jetzigen Form für nicht überlebensfähig.

Sachverständige positiv eingestellt

Bert Rürup, der Vorsitzende des Sachverständigenrates, bezeichnete die Überlegungen der privaten Krankenversicherer als „großen Schritt in die richtige Richtung“. Weiter sagte er dem „Tagesspiegel“: „Ein einheitlicher Versicherungsmarkt, auf dem private und gesetzliche Versicherer mit gleichlangen Spießen konkurrieren, ist erstrebenswert“. Er ist der Ansicht, dass die parallele Existenz von GKV und PKV die Risiken ungleich verteilt und deshalb nicht besonders effizient ist.

IKK-Verband sieht Probleme

Dagegen sind die Innungskrankenkassen gegen eine solche Vermischung. Der Sprecher der IKK, Joachim Odenbach, sagte der „Berliner Zeitung“, dass es der PKV nur darum gehen würde, teure Zusatzversicherungen zu verkaufen und dabei den Basistarif so klein wie möglich zu halten. Diese Grundversorgung würde dann nur minimal ausfallen, damit die zusätzlichen Policen um so besser an den Mann zu bringen sind. Die gesetzlichen Krankenkassen hätten andere Vorstellungen von einer solidarischen Versicherung, so der IKK-Sprecher.

Frau Caspers-Merk hält solche Bedenken für nicht relevant. Die Grundversicherung müsse alle medizinischen Notwendigkeiten abdecken, also sowohl Behandlungskosten als auch Ausgaben für Medikamente. Die letzte Gesundheitsreform habe den einheitlichen Versicherungsmarkt bereits ein Stück weiter herangeholt. Private Krankenversicherungen sind nun verpflichtet, auch Menschen mit Krankheiten und Behinderungen aufzunehmen.

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