Montag, 16. Juni 2008, 9:57 Uhr

Dementi von GDV & PKV: Radikalumbau nur Gedankenspiel

Das interne Strategiepapier des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zum Umbau der Sozialsysteme sorgt weiter für Wirbel. Das Papier propagiert die Aufhebung der Trennung zwischen privater Krankenversicherung (PKV) und den gesetzlichen Krankenkassen (GKV).

Dementi von GDV & PKV: Radikalumbau nur GedankenspielDer GDV und der PKV-Verband relativieren die Aussagen in dem Diskussionspapier, das über die „Financial Times Deutschland“ an die Öffentlichkeit gelangt ist. Der GDV erklärte, es gehe dabei lediglich um eine interne Diskussionsgrundlage. Das Strategiepapier habe rein gar nichts mit einer offiziell beschlossenen Position des Verbandes zu tun.

Jens Spahn, Gesundheitspolitiker der CDU, sprach im “Handelsblatt” mit einem Hinweis auf unseren großen deutschen Dichter eine Warnung vor den Geistern aus, die dieser Vorschlag herbeigerufen habe. Möglicherweise könnten die so beschworenen Gespenster tatsächlich eines Tages weder beherrscht noch weggeschickt werden.

Umgestaltungsszenarien nur Planspiele

In der Presseerklärung weist der GDV einen Bericht der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” zurück. Der Artikel berichtete, dass die Versicherungswirtschaft einen grundlegenden Umbau aller Sozialversicherungssysteme in Erwägung ziehe. Es gäbe genauso wenig eine ernsthafte Diskussion über die Abschaffung der privaten Krankenversicherungen. Doch sei es ein Bestandteil der Tätigkeit des Verbandes, Szenarien durchzuspielen und Reformen gedanklich durchzuführen. Dagegen sei die dezidierte öffentliche und politische Aufstellung des Verbandes Sache des Verbandspräsidiums.

Auch der Axa-Konzern, der in den Presseveröffentlichungen als mitverantwortlich genannt wurde, nahm in einer Erklärung Stellung zu den Publikationen. Er bezeichnete die betreffenden Aussagen des Konzeptes als „Ausschnitte des nicht abgeschlossenen Meinungsbildungs-Prozesses“, die durch Indiskretion in die Öffentlichkeit geraten seien. Das dürfe aber die Diskussion über zukünftige Gestaltungen der sozialen Sicherungssysteme in Deutschland nicht verhindern.

Private Krankenversicherung gegen Einheitssystem

Der PKV-Vorsitzende Reinhold Schulte bekräftigte erneut, dass sein Verband ohne Einschränkungen zu dem heutigen Gesundheitssystem stehe. Die beiden notwendigen Standbeine sind einerseits die gesetzlichen Krankenkassen und auf der anderen die privaten Krankenversicherungen. Der angebliche Krieg innerhalb des PKV-Verbandes fand und findet nicht statt. Auch gebe es keinerlei Abspaltungen oder Austrittsdrohungen. Der Vorstandsvorsitzende der „Halleschen Krankenversicherung a. G.“ Wolfgang Stertenbrink wehrt sich gegen entsprechende Äußerungen. Er meint, das große Medienecho wäre natürlich Wasser auf die Mühlen der Gesundheitsministerin Ulla Schmidt. Der Ministerin seien die Privaten von jeher ein Dorn im Auge. Sie habe immer versucht, ihnen das Leben schwer zu machen.

Krankenversicherer ziehen an einem Strang

Obwohl das Strategiepapier der GDV-Arbeitsgruppe in der Politik auf breite Zustimmung stieß, blieb auch der Axa-Konzern bei seinem Dementi. Keinesfalls bevorzuge das Unternehmen eine Einheitsversicherung. Man setze sich im Gegenteil für die Erhaltung und die Stärkung der privaten Krankenversicherung ein. Als zweite Säule des deutschen Systems zur Krankenversorgung sei die private Krankenversicherung unverzichtbar. Ebenso werde der Konzern auf keinen Fall den PKV-Verband verlassen.

Ihre Meinung zu “Dementi von GDV & PKV: Radikalumbau nur Gedankenspiel”

Vollständiger Name:

E-Mail: (wird nicht angezeigt)

Website: (optional)

Spamschutz: Summe aus 1 + 5 ?

Hinweis: Wir freuen uns über Ihre Kommentare. Bitte bleiben Sie sachlich und konstruktiv. Alle Kommentare werden vor der Veröffentlichung von einem Moderator überprüft und sind nicht für jeden Besucher sofort sichtbar. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung.