Montag, 23. Juni 2008, 11:55 Uhr

Private Krankenversicherung ist unverzichtbar

Für Verbandschef Reinhold Schulte war die Mitgliederversammlung des Verbandes der privaten Krankenversicherungen (PKV-Verband) in Berlin am 18. Juni 2008 ein gutes Forum.

Private Krankenversicherung ist unverzichtbar Er verwies die Medienspekulationen der letzten Wochen über die Abschaffung der privaten Krankenversicherung (PKV) endgültig in das Reich der Fabeln und Sprechblasen.

Reinhold Schulte beschuldigte viele beteiligte Journalisten, Halbwahrheiten und nicht bestätigte Informationen als Tatsachen dargestellt zu haben.

Das Papier, das überreichliches Medieninteresse auf sich gezogen hat, ist nach Herrn Schultes Aussagen eine Zusammenstellung möglicher Szenarien für das Jahr 2020. Es sei eine Diskussionsgrundlage, die selbst innerhalb der Arbeitsgruppe zu Kontroversen geführt habe.

Die Haltung des Verbandes

Inhaltlich lässt sich die Verbandsposition wie folgt zusammenfassen:

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) befasst sich mit der zukünftigen Form der sozialen Sicherungssysteme. Das ist eine notwendige Aufgabe. Für die Arbeitsgruppe des GDV gab es keine verbandspolitischen Vorgaben. Die Gruppe hat keinerlei Entscheidungskompetenz. Fachleute sollen und müssen unterschiedliche Meinungen kontrovers diskutieren dürfen. Es sollte nicht sein, dass Papiere mit derartig brisantem Inhalt an die Öffentlichkeit gelangen, bevor sie spruchreif sind und eine interne Festlegung stattgefunden hat. In diesem Papier ist nichts enthalten, was für GDV oder PKV beschlussfähig wäre.

Kein Verbandsmitglied habe die Absicht, die private Krankenversicherung abzuschaffen oder der Kapitaldeckung der PKV eine Absage zu erteilen.

Verbandsdirektor Dr. Volker Leienbach machte deutlich, dass die Zahlen eine deutliche Sprache sprechen. Die private Krankenvollversicherung macht durchschnittlich 70 Prozent des Gesamtergebnisses der Krankenversicherer aus. Die Zusatzversicherungen dagegen haben lediglich einen Anteil zwischen 12 und 18 Prozent. Von diesen Ergebnissen her wäre eine Beschränkung der Privaten auf das Geschäft mit den Zusatzversicherungen absolut unsinnig.

Private Krankenversicherung unverzichtbar

Das hohe Niveau des deutschen Gesundheitswesens sei auf starke Private Krankenversicherungen angewiesen. Die hohen Standards müssen bei einer alternden Gesellschaft gehalten werden. Die Kapitaldeckung der PKV sei momentan auf einer Höhe von 121 Milliarden Euro. Betrachtet man die Schwierigkeiten der gesetzlichen Krankenversicherung, kann wohl niemand ernsthaft glauben, dass ein Umlageverfahren besser als die Kapitaldeckung funktioniere. Zwar seien die Zugänge zur privaten Krankenversicherung gesunken, doch das habe seine Ursache in der politisch verordneten Wartezeit von drei Jahren, die einen Wechsel schwieriger machten.

Politik hat Vorschläge ignoriert

Reinhold Schulte hob hervor, dass der PKV-Verband bereits vor drei Jahren Einsparungsvorschläge für die GKV ausgearbeitet habe. Private Unfälle, Lohnfortzahlungen und der komplette Bereich der Zahngesundheit könnten aus der GKV ausgeklammert und so eingespart werden. Die Politik habe diese Vorschläge ignoriert. Nun stehen die Verantwortlichen vor dem Problem, dass die Steuergelder nicht ausreichen werden, um die sozialen Systeme auf dem entsprechenden Niveau und im Gleichgewicht zu halten.

Beitragserhöhung zum Jahresanfang

Schulte gab seiner Überzeugung Ausdruck, dass mit dem Start des Gesundheitsfonds und dem Einheitsbeitrag der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) das böse Erwachen kommen wird. Die Beiträge werden vermutlich von 12 Prozent bei günstigen gesetzlichen Krankenkassen auf 15 bis 15,5 Prozent steigen.

Die Mehrausgaben werden bei vielen Versicherten ein großes Loch in den Geldbeutel reißen. Wettbewerb findet dann nicht mehr statt, denn Beiträge und Leistungen werden vereinheitlicht. Zusammenschlüsse werden für viele Unternehmen unausweichlich sein.

1 Kommentar zu “Private Krankenversicherung ist unverzichtbar” anzeigen

  1. 1
    Thomas Nestler meint:
    am 8. Juli 2008 um 10:47 Uhr

    Wenn man sich die Entwicklung der GKV betrachtet, dann ist es eine Schande für den Staat. Wenn ich in der Lage wäre, mein Krankenversicherungsschutz in die PKV zu geben würde ich das sofort machen, genauso mit der Rente.
    Wie oben schon angesprochen, wo bleibt, bei einem einheitlichen Beitragssatz der Wettbewerb, (dem die PKV ohnehin ausgesetzt ist) der Leidtragende ist wie immer der einfache Bürger. Aber naja Benzinpreiserhöhung, Lebensmittelpreiserhöhung, Energiepreissteigerung, Gehaltserhöhung aaah sorry das gibts ja nicht. Fazit PKV sollte für jedermann möglich sein und somit unverzichtbar und die Lieben Herrn Politiker sind doch garantiert nicht gesetzlich krankenversichert.

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Spamschutz: Summe aus 5 + 7 ?

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