Rekordhoch: Die gesetzlichen Krankenkassenbeiträge
Im laufenden Jahr haben nahezu 100 Gesetzliche Krankenkassen (GKV) ihre Beiträge deutlich erhöht. Nun soll der Einheitsbeitrag, den die Bundesregierung zum 01. November diesen Jahres festlegen wird, sogar bei 15,8 Prozent des Einkommens liegen.
Bisher waren Fachleute von einem Beitrag zwischen 15 und 15,5 Prozent ausgegangen. Schon das hatten Politiker in das Reich der Fabel verwiesen.
Aktuell liegt der durchschnittliche gesetzliche Krankenkassenbeitrag bei 14,8 Prozent. Nun aber geht der Chef des Verbandes der Angestellten-Krankenkassen Thomas Ballast von einem noch höheren Krankenkassenbeitrag aus.
Hoher Einheitsbeitrag ist unausweichlich
Es könne gar nicht anders kommen, sagte Thomas Ballast der „Westfälischen Rundschau“. Bedenkt man die großen Belastungen in Vergangenheit und Gegenwart, bezieht man die finanziellen Versprechungen an Ärzte und Kliniken mit ein, dann kann nur ein Beitragssatz in dieser Höhe all diese Kosten abdecken.
Wird das Wirklichkeit, dann werden zahlreiche Beitragszahler kräftig zur Kasse gebeten. Es gibt auch nach Ansicht Thomas Ballasts keine Aussicht auf eine Verschiebung des Gesundheitsfonds. Für ihn steht fest, dass der Fonds wie geplant zum 01. Januar 2009 starten wird, ungeachtet sicherlich noch vorhandener Probleme und Unwägbarkeiten. Der 01. November wird der Tag sein, an dem die Bundesregierung die Höhe der Belastungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber offen legen wird. Ballast erwartet schon zwei Monate vorher eine aufregende Situation, weil der Schätzerkreis zu diesem Zeitpunkt seine Vorschläge abgeben muss.
Krankenkassenvertreter sind sich einig
Auch andere Vertreter der Krankenkassen, so zum Beispiel die Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen, Doris Pfeiffer, erwarten eine Beitragssteigerung. Die Krankenkassen brauchen für die Vielfalt ihrer Aufgaben eine ausreichende Finanzausstattung. Außerdem ist eine entsprechende finanzielle Versorgung die beste Möglichkeit, zusätzliche Beiträge zu verhindern.
Im November schlägt die Stunde der Wahrheit
Zum 01. Januar 2009 wird jede Krankenkasse aus dem Gesundheitsfonds einen festgelegten Betrag erhalten. Dann wird es etliche Krankenkassen geben, die trotz dieser Beitragshöhe mit den zugewiesenen Geldern nicht auskommen werden. Diese Krankenkassen müssen dann von ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag verlangen. Die Angestellten-Krankenkassen werden nach den Aussagen des Verbandschefs wohl erst einmal ohne einen Zusatzbeitrag auskommen.
Auch die AOK Bayern startet schuldenfrei in den Gesundheitsfonds. Zumindest in diesem Jahr werden bei der bayerischen AOK die Beiträge nicht erhöht. Doch trotz vereinzelter positiver Aspekte ist die Aussicht, was die Krankenkassenbeiträge angeht, eher trübe. Man möchte sich wünschen, dass der Einheitsbeitrag möglichst schnell festgelegt wird, damit die Spekulationen endlich ein Ende haben.












