Freitag, 25. Juli 2008, 9:57 Uhr

Krankenkassen Beitragssatz 2009 bei 15,5 Prozent

Nun soll es amtlich sein. Die Regierung rechnet zum Start des Gesundheitsfonds mit einem Krankenkassenbeitrag von mindestens 15,5 Prozent. Die Bonner Koalition hat angeblich den monatelangen Spekulationen ein Ende gemacht.

Krankenkassen Beitragssatz 2009 bei 15,5 ProzentDer Gesundheitsfonds kommt – und er wird teuer!

Nach monatelangen Spekulationen hat die Regierung eine Prognose über die wahrscheinliche Höhe des künftigen Einheitsbeitrages für die Krankenkassen abgegeben. Das Münchner Institut für Gesundheit und Management (IfG) errechnete einen durchaus realistischen Betrag von 15,5 Prozent vom Gehalt. Das ist Inhalt einer Regierungsanalyse, die der „Bild-Zeitung“ vorliegt.

In ihrer Ausgabe vom 24. Juli 2008 berichtet die Zeitung, dass die gesetzlich Versicherten zum 01. Januar 2009 mit einer Erhöhung ihrer Beiträge für die Krankenversicherung um bis zu 712 Euro rechnen müssen.

Wer gewinnt - wer verliert: Die Zahlen

Zum jetzigen Zeitpunkt zahlen 22,8 Millionen Krankenversicherte einen Beitrag zwischen 12,7 und 14,9 Prozent. Dieser Personenkreis muss mit einer künftigen Mehrbelastung bis zu 59 Euro monatlich rechnen.

Für weitere 22 Millionen Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) liegt der Beitrag bei 14,9 bis 15,4 Prozent ihres Einkommens. Ihr Beitrag wird bis zu 108 Euro jährlich zunehmen.

Entlastet werden aber lediglich 5,5 Millionen Menschen in der GKV. Wer jetzt einen Krankenkassenbeitrag von über 15,5 Prozent hinlegen muss, kann sich auf Entlastungen von bis zu 259 Euro pro Jahr freuen.

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Keine Verantwortung bei Fonds und Politik

Die Regierung hat bisher immer abgestritten, dass es zu einer derartigen Explosion der Beiträge kommen könne. Nun gehen die Schuldzuweisungen an Pharmaunternehmen, Ärzte und Kliniken. Die Preissteigerungen bei den Medikamenten, die Forderung nach höheren Arzthonoraren und die Kosten für die Krankenhäuser sollen die Schuld an der Erhöhung der Kosten tragen.

Senkung der Lohnnebenkosten fraglich

Günter Neubauer, Direktor des IfG in München, sieht aber noch andere Gründe. Er bemängelt, dass der Gesundheitsfonds die falschen Akzente und Anreize setzt. Naturgemäß haben die beteiligten Krankenkassen großes Interesse daran, ihre Ausgaben möglichst hoch zu halten. „Denn je größer die Ausgaben, um so höher der Beitragssatz 2009“, gab der Direktor zu bedenken. Fest steht jedenfalls, dass es mit einem derartig hohen Krankenkassenbeitrag für die Regierung unmöglich sein wird, an ihrer Zielvorstellung von den Lohnnebenkosten festzuhalten. Sie sollten unter 40 Prozent gedrückt werden. So aber ist dieses Ziel nicht zu erreichen.

Dementi der Bundesregierung

Die Bundesregierung hat postwendend den Bericht der “Bild-Zeitung” dementiert. Eine Sprecherin der Regierung sagte: „Der Bundesregierung ist eine Regierungsanalyse nicht bekannt, die eine Prognose über den Beitragssatz in der Gesetzlichen Krankenversicherung zum 01. Januar 2009 beinhaltet.“ Doch inzwischen muss es auch dem letzten Optimisten klar sein: Es wird nicht billiger.

Mit dem allgemeinen Beitragssatz, der von der Regierung im Herbst diesen Jahres festgesetzt wird, müssen erhebliche Mehrkosten geschultert werden. Bereits im vergangenen Monat hatte die Bundeskanzlerin die Beitragszahler auf höhere Kosten vorbereitet. Nach ihrer Ansicht wären diese Kosten aber ohnehin angefallen. Mit dem Gesundheitsfonds, dem die Rolle des Sündenbocks zugefallen ist, hat das aber laut Kanzlerin gar nichts zu tun.

2 Kommentare zu “Krankenkassen Beitragssatz 2009 bei 15,5 Prozent” anzeigen

  1. 1
    Rüdiger Michel meint:
    am 25. Juli 2008 um 13:20 Uhr

    Wir haben in Deutschland das drittteuerste Gesundheitssystem der Welt. Die Qualität ist jedoch nur mittelmass. Außerdem liegen die Arzneiittelpreise 30 % über den übrigen Staaten der EU.
    Aufgrund dieser Gegebenheiten Beitragserhöhungen vom Bürger zu verlangen grenzt schon an Unverschämtheit.
    Ein Wettbewerb z. B. bei Arzneimittel wird von Lobbysten erfolgreich verhindert.

  2. 2
    Renate Neuhaus meint:
    am 29. Juli 2008 um 17:08 Uhr

    Es ist eine Unverschämtheit das dieses wieder nur zu Lasten der arbeitenden Bevölkerung geht, und zwar doppelt, denn den Fond der Hartz IV Empfänger müssen wir ja auch tragen. Meine Lohnerhöhung betrug dieses Jahr 60 Euro pro Monat der Fond wird genauso teuer sein. Sämtliche Preisen steigen ins unbezahlbare da kommt ein Normalverdiener nicht mehr mit. Ganzzu Schweigen wieman als Normal Patient behandelt wird bis zu 6% des Jahresbruttolohnes kann man laut Einkommensteuergesetz als Zuzahlung zur Gesundheit selber tragen ohne das es steuerlich anerkannt wird wenn man das ausrechnet kann man lieber gleich hartz IV Empfänger werden, und das ohne Alltagsstreß.

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