Continentale Studie 2008: Keine Lust auf Wechsel
Seit 2000 untersucht die “Continentale Krankenversicherung a.G.” zusammen mit TNS Infratest alljährlich Einstellungen und Haltungen zum Gesundheitswesen. Schwerpunkt 2008 war das Informationsniveau der privat Versicherten zum Basistarif und den neuen Wechselmöglichkeiten.
Zum 01. Januar 2009 treten auch für privat Versicherte wesentliche Teile der Gesundheitsreform in Kraft. Basistarif und die Mitnahmemöglichkeit der Altersrückstellungen bei einem Wechsel sind politisch gewollte Neuerungen. Bereits seit längerer Zeit sorgt das für Aufregung bei den privaten Krankenversicherungen (PKV). Doch siehe da, die Versicherten interessiert das überhaupt nicht. Lediglich 10 Prozent der Befragten sind an einem Wechsel in den Basistarif interessiert, 29 Prozent halten die Wechselmöglichkeiten für “weniger interessant” und für 56 Prozent der PKV-Mitglieder sind sie “nicht interessant”.
Kein Geld für Wechselrecht
Wechselmöglichkeiten sollen nun zukünftig vereinfacht werden. Aber auch diese Optionen stoßen nur auf geringe Gegenliebe bei den Versicherten. Zwei Prozent wollen den Versicherer garantiert wechseln, bei vier Prozent besteht die Wahrscheinlichkeit eines Wechsels. Dagegen stehen 20 Prozent der Befragten, die vermutlich nicht wechseln werden, und stolze 74 Prozent haben eindeutig keinerlei Wechselabsichten. Eindeutig klar ist auch, dass die Mehrheit der Versicherten für dieses Wechselrecht nicht tiefer in die Tasche greifen will. Nur sieben Prozent würden mehr als zehn Prozent höhere Beiträge für einen solchen Tarif zahlen. Doch in diesem Bereich werden sich die neuen PKV-Tarife bewegen.
Billige Köder uninteressant
Wichtiger als alle Basistarife oder Wechsel mit Mitnahme der Altersrückstellungen ist den privat Versicherten, dass sie ihren Versicherern vertrauen können. Sie halten nichts von „Lockvogel-Angeboten“, sie wollen lebenslangen Schutz, der hochwertig und bezahlbar ist. Privat Versicherte, die gerne nach Billigangeboten greifen würden, sind mit nur 20 Prozent in der Minderheit. Zudem scheint die Gesundheitsreform als solche nicht sehr interessant zu sein. Lediglich zehn Prozent der Befragten hielten sich für sehr gut informiert. Wenn nach einzelnen Elementen der Reform gefragt wurde, konnten im besten Fall 50 Prozent richtige Antworten geben, im schlechtesten Fall waren es nur 25 Prozent.
Schnell in die PKV, solange es noch geht
Rolf Bauer ist Vorstandsvorsitzender der “Continentale”. Er meint, dass die Gesundheitsreform nicht nur nach ordnungspolitischen Gesichtspunkten völlig verfehlt sei, sondern offensichtlich auch am Bedarf völlig vorbeigehe. Diesen Schluss zieht er aus den Ergebnissen der Studie. “Das Problem ist nur: Die Betroffenen wollen keine der neuen Regelungen, müssen dafür aber tiefer in die Tasche greifen.” Die neuen Bedingungen und Tarife werden ab 2009 die Einsteiger in die PKV teuer zu stehen kommen. Deshalb sollte jeder, der die Möglichkeit hat, noch 2008 in die private Krankenversicherung eintreten, meint Rolf Bauer. Die “alte” PKV-Welt bleibt so aktuell, trotzdem sind alle Optionen auf spätere Tarife und bessere Möglichkeiten offen.












