Fusion Techniker Krankenkasse und IKK-Direkt
Die Techniker Krankenkasse (TK) und die IKK-Direkt wollen im Januar 2009 fusionieren. Der Chef der Barmer Ersatzkasse Johannes Vöcking beglückwünschte die TK zu diesem klugen Schachzug. Die Versicherungen reagieren damit auf den Gesundheitsfonds und seine Unwägbarkeiten.
Der Verwaltungsrat der IKK-Direkt hat der Entscheidung bereits zugestimmt, die entscheidende Tagung des TK-Verwaltungsrates findet am 26. September 2008 statt. Die TK versichert zur Zeit 6,3 Millionen Menschen, die IKK-Direkt ungefähr 0,8 Millionen. Wenn der Verwaltungsrat der TK dem geplanten Zusammenschluss zustimmt, muss noch das Bundesversicherungsamt sein Okay geben. Damit wäre die größte Fusion zwischen verschiedenen Kassenarten perfekt. “Mit der Fusion wollen wir uns gut aufstellen für die Welt des Gesundheitsfonds”, so eine Sprecherin der TK.
Entscheidend bessere Verhandlungspositionen
Die neue “TK” würde mit 7,1 Millionen Versicherten den bisherigen Marktführer der Branche, die Barmer Ersatzkasse (BEK) mit rund sieben Millionen Mitgliedern ablösen. Die Fusion bietet diverse Möglichkeiten unter den neuen Bedingungen des Gesundheitsfonds, zum Beispiel stärkeres Gewicht bei Verhandlungen und Vertragsabschlüssen zu Rabattverträgen mit Pharmaherstellern. “Wir sind Qualitätsführer, die IKK-Direkt Preisführer,” macht der TK-Vorstand Norbert Klusen die Bedeutung dieses Schrittes deutlich. Durch die Fusion könnte es für die TK durchaus möglich sein, auf einen Zusatzbeitrag zu verzichten. Auch IKK-Chef Ralf Hermes sieht nur Vorteile, denn der Einheitsbeitrag wird den Preisvorteil der IKK-Direkt völlig bedeutungslos machen. Die Rettung sieht die IKK-Direkt in dem anstehenden Zusammenschluss.
Perspektiven nur für große Krankenkassen
„Durch die Fusion gewinnen wir eine bessere Marktposition“, glaubt Norbert Klusen. Allgemein sieht er in der Zukunft für kleinere Kassen große Probleme. So wird es noch große Einsparmöglichkeiten in Millionenhöhe bei den Arzneimittelkosten geben. Das wird aber nur dort möglich sein, wo es “unternehmerische Freiheiten” gibt und die Möglichkeiten für selbständige Vertragsabschlüsse vorhanden sind. Das Anliegen der Krankenkassen, qualitativ hochwertige Versorgung im Krankheitsfall wirkungsvoll wirtschaftlich zu untermauern, wird in Zukunft nur von großen und mächtigen Krankenkassen wahrgenommen werden, meint auch Barmer-Chef Johannes Vöcking.
Fusionen als Überlebenstaktik
“Der Zusammenschluss ist nur ein Frühbote”, so die Meinung des Gesundheitsökonomen Günter Neubauer. Er erwartet in der nächsten Zeit geradezu eine Welle von solchen Zusammenlegungen. Vor allem die kleineren Betriebskrankenkassen werden keine andere Überlebenschance haben als Zusammenschlüsse und Fusionen. Weil die Konkurrenz über die Beitragshöhe wegfällt, erwartet das Bundesversicherungsamt verstärkten Wettbewerb der Krankenkassen mit zusätzlichen Leistungen und besserem Service. Dabei sind natürlich die großen Krankenkassen im Vorteil.
Gefährdete Arbeitsplätze
Für die Mitarbeiter der TK bleibt zu hoffen, dass Norbert Klusen seine Zusage in Bezug auf die Arbeitsstellen einhält. Keiner der 2.500 Arbeitsplätze des Stammsitzes der TK in Hamburg soll wegfallen. Es ist noch unklar, ob eine solche Zusage auch für die Kieler Mitarbeiter der alten IKK-Direkt gemacht wird oder ob die um ihre Stellen bangen müssen.












