Trotz Finanzspritze für Kliniken Großdemo: Noch mehr Geld
Mit dem Motto: “Lichter aus im Krankenhaus” und dem Schlachtruf: “Rettet die Krankenhäuser” haben am 25. September 2008 über 100.000 Krankenschwestern, Ärzte und Pfleger vor dem Brandenburger Tor in Berlin demonstriert.
Obwohl finanzielle Zuwendungen in Höhe von über drei Milliarden Euro am Mittwoch (24. September 2008) vom Bundeskabinett beschlossen worden sind, gab es diese Demonstration für bessere Klinikfinanzierungen. Der Vorsitzende der deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) Rudolf Kösters verlangte Zuwendungen in Höhe von 6,7 Milliarden Euro, um die Kliniken aus dem “ökonomischen Würgegriff” zu befreien. Die bisherige Politik führt seiner Ansicht nach zu Rationalisierungen und ungerechtfertigten Wartelisten. Das Kliniksterben würde weiter vorangetrieben, beklagt das Aktionsbündnis aus Kliniken, Ärztevereinigungen, Gewerkschaften und öffentlichen Arbeitgebern.
Überangebot oder Verwaltung des Mangels
Die existenzielle Frage jedoch wird auch mit dieser Demonstration nicht beantwortet werden. Es geht darum, wie viele Kliniken für die 80 Millionen Bundesbürger tatsächlich notwendig und unverzichtbar sind. Und noch wichtiger die Frage, wie viele Kliniken man sich überhaupt leisten kann. Denn bereits mehr als ein Drittel des gesamten Budgets der gesetzlichen Krankenkassen wird bereits in die Krankenhäuser gesteckt, also rund 50 Milliarden Euro. Die privaten Versicherer steuern noch 5,3 Milliarden bei, von den Bundesländern kommen 2,7 Milliarden für Investitionen dazu. Insgesamt können die Krankenhäuser jährlich rund 60 Milliarden Euro ausgeben.
Finanzielle Nöte in vielen Häusern
Doch die steigenden Kosten führen in den Krankhäusern zu Engpässen und kritischen Situationen. Steigende Energie- und Sachkosten, vor allem aber die Personalkosten machen die Finanzsituation instabil. Ungefähr ein Drittel der Kliniken schreibt heute rote Zahlen. Ein grundsätzlicher Fehler scheint in der Abhängigkeit der Krankenhausbudgets von den Einnahmen der Krankenkassen zu liegen. Adäquate medizinische Versorgung gibt es nur, wenn die Kliniken über leistungsorientierte Etats verfügen können. Für die Teilnehmer der Demonstration muss nun endlich das “Kaputtsparen” der Krankenhäuser aufhören, denn ohne funktionierende Kliniken gibt es kein intaktes Gesundheitssystem.
Krankenkassen für neue Wege
Die gesetzlichen Krankenkassen haben für die Forderungen nach Erhöhung des Geldflusses kein Verständnis. Sie monieren, dass es in Deutschland immer noch mehr Krankenhäuser pro Kopf der Bevölkerung gibt als in anderen Ländern. In ihren Augen ist es eine Fehleinschätzung, dass weniger Krankenhäuser gleichbedeutend mit schlechterer Versorgung sein sollen. Die Spezialisierung von Kliniken und die Ausweitung der ambulanten Versorgung sind bereits vorangetrieben worden. Intelligenter Strukturwandel sei nötig, und nicht das Zubetonieren althergebrachter Strukturen. Innovative Wege und neue, zeitgemäße Vertragsformen müssten gefördert werden.
Experten für neue Perspektiven
Das sehen andere Fachleute ähnlich. EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou ist der Meinung, dass die Potentiale der deutschen Kliniken zusammengefasst und konzentriert werden sollten. Die Notfallversorgung müsse natürlich gesichert werden, aber spezielle Behandlungen mit teuren Geräten sind nicht überall angebracht. Die Bildung von Zentren sollte das Mittel der Wahl sein. Auch Gerd Billen, Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, schätzt ebenfalls die Zahl der Kliniken als zu hoch ein. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern hat Deutschland zu viele Krankenhäuser und Krankenhausbetten. Er sieht Sparpotentiale zum Beispiel durch Spezialisierungen, die weder Ärzte noch Patienten belasten oder benachteiligen.













[...] sind. Und noch wichtiger die Frage, wie viele Kliniken man sich überhaupt leisten kann. Trotz Finanzspritze fr Kliniken Grodemo: Noch mehr Geld Die Politik wird Stellung beziehen müssen: entweder Erhalt der Strukturen und mehr Geld ins [...]
Überall wird nach “mehr Geld!!!” geschrien. Es gibt ja “den Staat”, der überall bezahlen soll. Wer ist eigentlich “der Staat”, von dem alle mehr Geld fordern? Das sind die “kleinen Leute”, die sich nicht wehren können, deren geringes Einkommen inzwischen fast völlig von immer höher werdenden Steuern und Abgaben aufgefressen wird. Dem kleinen Mann wird “SPAREN” verordnet, und ihm bleibt am Ende gar nichts anderes übrig, denn er kann nicht “mehr Geld!!!” vom Staat verlangen. Warum prüfen die Krankenhäuser, Ärzte usw. nicht mal, ob sie vielleicht auch irgendwo sparen können (z.B. Verwaltungskosten)? Aber es ist ja viel leichter, auf die Straße zu gehen und “vom Staat”, d.h. von der Allgemeinheit zu fordern, was dann zur Folge hat, dass für den kleinen Mann weitere Beiträge erhöht werden - er muss mal wieder die Zeche bezahlen!
[...] dem Motto: “Lichter aus im Krankenhaus” und dem Schlachtruf: “Rettet die Krankenhäuser” haben am 25. September 2008 über 100.000 Krankenschwestern, Ärzte … (1A [...]