Freitag, 31. Oktober 2008, 23:04 Uhr

Krankenkassenwechsel: Gesetzlich oder Privat?

Das Leistungsniveau der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) befindet sich in ständigem Sinkflug, die Beiträge aber steigen in schwindelnde Höhen. Ab 2009 liegt der einheitliche Beitragssatz bei 15,5 Prozent. Ein Ausweg: Die private Krankenversicherung (PKV).

Erst denken, aber dann handelnFachleute raten jedoch, sich einen Wechsel in die Private Krankenversicherung sorgfältig zu überlegen und keine überstürzten Entscheidungen zu treffen. Die Anbieter heben die besseren Leistungen der PKV hervor. Sie verweisen auf besonders günstige Bedingungen, wenn eine Police noch bis zum Ende des laufenden Jahres abgeschlossen wird. Selbständige, Freiberufler und Beamte können sich privat versichern, ebenso Arbeitnehmer, die drei Jahre lang einen Verdienst über der Versicherungspflichtgrenze ihr Eigen nennen. Die Beitragshöhe richtet sich nicht nach einem festen Einheitssatz sondern nach Eintrittsalter, Gesundheitszustand, Geschlecht und dem gewählten Tarif.

Veränderungen auch bei den Privaten

Der Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg (BdV) gibt die Empfehlung aus, sich einen Wechsel von der Gesetzlichen zu einer Privaten Krankenversicherung gut zu überlegen. Bianca Boss vom BdV meint, dass in früheren Zeiten vor allem junge, gesunde Menschen mit hohem Einkommen privat krankenversichert waren. “Diese Zusammensetzung wird sich ändern”, meint Frau Boss. Es müssten durch neue Gesetzgebungen mehr Klienten aufgenommen werden. Verdienste und Krankheitshäufigkeit werden Veränderungen unterworfen sein. Viele Krankenversicherer hätten die demografische Entwicklung nicht ausreichend in ihre Tarifpolitik einbezogen, so die Versicherungsfachfrau. Das alles würde zu erhöhten Kosten und Beiträgen in der PKV insgesamt führen.

PKV weist Szenario zurück

Der Verband der privaten Krankenversicherung in Köln tritt einer derartigen Darstellung entschieden entgegen. Verbandsdirektor Volker Leienbach legt Wert auf die Feststellung, dass die Tarife in der Privaten Krankenversicherung seriöse, solide Kalkulationen zur Grundlage haben. “Um die mit dem Alter steigenden Gesundheitskosten vorzufinanzieren, haben unsere Versicherten Altersrückstellungen in Höhe von 121 Milliarden Euro gebildet”, stellt Volker Leienbach richtig. Natürlich sieht auch er, dass die steigenden Kosten im Gesundheitswesen vor der PKV nicht Halt machen werden. Doch werde man sich bemühen, die Kosten im Interesse aller Beteiligten nicht ausufern zu lassen.

Wechselvorteile im laufenden Jahr

Volker Leienbach betont auch, dass ein Wechsel trotzdem lohnend sei. Ein Übergang im laufenden Jahr sichert die Vorteile der privaten Krankenversicherung. Leistungen wie die freie Krankenhauswahl, freie Auswahl des Arztes und neue Heil- und Behandlungsmethoden werden garantiert ein Leben lang zu den bewährten Bedingungen zur Verfügung stehen. Auswirkungen auf die Anfangsprämie wird das Wechselrecht allerdings haben, das Neueinsteiger ab 2009 erhalten.

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Ist der Wechsel in die Private Krankenversicherung in 2008 noch sinnvoll?

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Gesundheitsfonds führt zu Nachteilen

Der Gesundheitsfonds wird für viele Versicherte die Krankenversicherungsbeiträge in die Höhe treiben. Die Beiträge von freiwillig Versicherten in bisher relativ günstigen Krankenkassen können durchaus um mehr als 100 Euro ansteigen. Auch Selbständige in der GKV werden tiefer in die Tasche greifen müssen. Zusätzlich fällt der Arbeitgeberanteil weg und bei normaler Mitgliedschaft auch das Krankengeld.

Kein Krankengeld für Selbständige

Diese Änderung ist ebenfalls für den Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) ein Thema. BVK-Präsident Michel H. Heinz weist auf diese Neuerung hin. Wer ab 2009 als Selbständiger bei langer Krankheit auf das Krankengeld als Verdienstausfall angewiesen ist, der “..muss eine private Zusatzversicherung abschließen, wenn er die gleichen Leistungen wie heute erhalten möchte.” Bisher hatten die meisten Selbständigen Anspruch auf Krankengeld. Mit dem Start des Gesundheitsfonds fallen alle diese Ansprüche ersatzlos unter den Tisch.

1 Kommentar zu “Krankenkassenwechsel: Gesetzlich oder Privat?” anzeigen

  1. 1
    Goetz Buchholz meint:
    am 1. November 2008 um 16:12 Uhr

    > Wer ab 2009 als Selbständiger bei langer Krankheit auf das Krankengeld als
    > Verdienstausfall angewiesen ist, der “..muss eine private Zusatzversicherung
    > abschließen, wenn er die gleichen Leistungen wie heute erhalten möchte.”

    Ist es um die privaten Krankenversicherer schon so schlecht bestellt, dass man zu solchen Lügen greifen muss? Nein, der *muss* gar keine private Zusatzversicherung abschließen. Ein “Wahltarif Krankengeld” bei einer gesezlichen Kasse reicht auch. Und ist in vielen Fällen günstiger.

    Goetz Buchholz

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