Studie: Private Krankenversicherung Versicherte zufrieden
Anfang 2008 führte das Meinungsforschungsinstitut “forsa” die repräsentative Studie “Kundenkompass Private Krankenversicherung” durch. Im Auftrag der Gothaer Krankenversicherung AG und in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut wurden 1.000 Krankenversicherte im Alter zwischen 18 und 65 Jahren befragt.
Das grundlegende Ergebnis: Das Ansehen der privaten Krankenversicherung (PKV) ist deutlich höher als das der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). 70 Prozent der Patienten der GKV gehen davon aus, dass private Krankenversicherer höhere medizinische Qualität garantieren als die gesetzlichen Krankenkassen. Bei den Versicherten der privaten Krankenversicherungen sind 80 Prozent dieser Meinung. Durchschnittlich sind über 60 Prozent der privat Versicherten mit den Leistungen ihrer Krankenversicherungen zufrieden, doch nur ein Drittel der gesetzlich Versicherten sehen ihre Versorgung positiv. Darin liegt begründet, dass 70 Prozent aller Befragten die Öffnung der PKV für alle Bürger befürworten.
Kaum Klagen bei privat Versicherten
Die Versicherten sind mit ihrer privaten Krankenversicherung ausgesprochen zufrieden. Das stützt die Ansicht, dass es mit ihrer Wechselbereitschaft nicht allzu weit her ist. Sie sind mit ihrer aktuellen Versicherungssituation im Einklang. Zwei Drittel sehen den ausgezeichneten Service ihres Versicherers äußerst positiv, 63 Prozent sehen die guten Leistungen im Vordergrund. Tatsächlich sind es sogar 58 Prozent der Befragten, die mit der Beitragshöhe ihrer privaten Krankenversicherung zufrieden sind.
Geschäftsmodell der PKV oft unklar
Ein wichtiger Eckpfeiler der Privaten, die Vorteile der kapitalgedeckten Krankenversicherung, ist jedoch offensichtlich nicht sehr bekannt. Die Aussage: “Die PKV finanziert Leistungen zukunftssicher und generationengerecht”, fand bei 44 Prozent der gesetzlich und 39 Prozent der privat Versicherten keine Zustimmung. Offensichtlich ist hier noch Aufklärung und Kommunikation von der PKV vonnöten. Denn: Die Krankheitskosten betragen im Durchschnitt 2.870 Euro je Einwohner.
Die Zahlen aus dem Jahr 2006 belegen die Steigerung der Ausgaben bei den über 65-jährigen ungefähr auf das Doppelte, bei den über 85-jährigen auf das Fünffache. Zur Finanzierung dieser Kosten im Alter hat die PKV bisher bereits Rückstellungen in Höhe von 121 Milliarden Euro gebildet. Die gesetzlichen Krankenkassen finanzieren ihre Ausgaben nach dem Umlageverfahren und treffen keine Vorsorge. Die demografische Entwicklung könnte dieses System gefährlich ins Wanken bringen.
Forderungen nach Service und Vorsorge
Es gibt wichtige Forderungen der gesetzlich Krankenversicherten. An erster Stelle steht der Wunsch nach qualitativ besseren medizinischen Leistungen. Das wollen sieben von zehn GKV-Versicherten. Zwei Drittel der Versicherten möchten besseren Service, zum Beispiel geringere Wartezeiten. An dritter Position liegen Forderungen nach einem größeren Angebot, was Leistungen und Tarife betrifft. Das wollen 59 Prozent der GKV-Kunden.
Bei beiden Gruppen spielen ausreichende und weitreichende Vorsorgemaßnahmen eine dominierende Rolle. Gleich nach diesem Anspruch sind Zahnbehandlung und Zahnersatz ein großes Thema. Sowohl gesetzlich als auch privat Versicherte haben auf diesem Gebiet Ansprüche an ihre Versicherer, und das in gleichem Maße.
Private Krankenversicherung für Alle
Doch Wünsche und Forderungen einerseits und die Realität andererseits kommen kaum zur Übereinstimmung. Nur ein Drittel der gesetzlich Versicherten ist mit den GKV-Leistungen beim Zahnersatz zufrieden, bei den privat Versicherten sind es dagegen stolze drei Viertel. Auch hier wieder der Beweis, dass eine große Anzahl der Krankenversicherten, gleichgültig ob nun in der GKV oder PKV, die PKV für das bessere System halten. Deshalb wollen 70 Prozent der gesetzlich Versicherten sowie 73 Prozent der privat Krankenversicherten jegliche Zugangsbeschränkungen zur PKV abschaffen.












