Zankapfel

Neue Gesundheitskarte startet – Datenklau befürchtet

Donnerstag, 01. Okt 2009, 13:58
Heute startet die Ausgabe der neuen elektronischen Gesundheitskarte in der Testregion Nordrhein. Vorangegangen war ein langer Streit aus Sorge um die Datensicherheit. Mit der Karte können sensible Patientendaten abgerufen werden. Kritiker sprechen vom gläsernen Patienten.

Die neue Gesundheitskarte bietet viele Chancen.

Nun wird sie Realität: Die Elektronische Gesundheitskarte wird heute erstmals offiziell ausgegeben. Zunächst beschränkt sich die Verteilung auf den Krankenkassen-Bezirk Nordrhein, doch die bundesweite Einführung ist bereits beschlossene Sache. Kritik kam bis zuletzt von vielen Seiten, vor allem aus Sorge um die Datensicherheit der Patienteninformationen, die durch die Karte zugänglich gemacht werden. Langfristig sollen keine Patientenakten mehr in Papierform existieren. Die Kommunikation zwischen Arzt, Facharzt und Krankenhaus soll ausschließlich auf elektronischem Wege erfolgen. Dadurch versprechen sich die Verantwortlichen eine direkte und transparente Kommunikation. Das Schreckgespenst des gläsernen Patienten könnte Realität werden.

Skepsis bei fast allen Beteiligten

Die Absichten sind gut: Mit wichtigen Daten zum Patienten wie Blutgruppe, Allergien oder Arzneimittelunverträglichkeiten könnte die neue Karte im Notfall sogar Leben retten. Problem ist, dass diese Informationen, nicht anonymisiert, auf einem zentralen Server gespeichert werden. Von dort können Mediziner und Apotheker auf die Daten zugreifen. Die Karte dient dann als Eintrittskarte zu diesem Informationspool. Dass dieses Verfahren zum Datenklau verführt, das prophezeien neben Ärzten und Patientenverbänden auch Datenschützer und sogar Verbraucherschützer. Ärzte sehen laut Ärzte-Zeitung das Verhältnis zum Patienten gefährdet, wenn staatliche Stellen auf den Datenverkehr Zugriff haben. Bisher hinken die Arztpraxen bei der technischen Ausrüstung mit geeigneten Lesegeräten hinterher. Noch bis Ende Oktober gewähren die Krankenkassen finanzielle Unterstützung bei der Anschaffung der Lesegeräte.

Kassen: Verfahren ist sicher

Dennoch betonen die Krankenkassen, das Verfahren sei sicher. Die Freigabe der Daten darf nur durch den Versicherten geschehen. Dieser autorisiert durch die Eingabe einer PIN den jeweiligen Leistungsträger zur Nutzung der Daten. Laut dem Bundesbeauftragten für Datenschutz, Peter Schaar, sei dieses Verfahren ausgereift.

Das bringt die neue Karte

Dass die Gesundheitskarte kommt, ist sicher. Für Patienten bedeutet diese zunächst kaum eine Änderung. Vorerst werden lediglich Name und Adresse sowie Kasse und Versichertenstatus auf dem Chip gespeichert. Zusätzlich wird auf der Karte ein Passfoto untergebracht, um Missbrauch zu verhindern. Alle an der Gesundheitsversorgung beteiligten Stellen wie Ärzte, Krankenhäuser und Apotheken sollen später vernetzt werden, um einen direkten und schnellen Zugriff auf Informationen zu ermöglichen und Doppeluntersuchungen zu vermeiden. Im Notfall können Mediziner mit mobilen Lesegeräten lebenswichtige Informationen in Erfahrung bringen, beispielsweise Blutgruppe, Organspendeerklärung oder bestimmte Unverträglichkeiten. Diese Funktionen werden allerdings frühestens 2010 oder 2011 vollständig zur Verfügung stehen.

Ungewisse Zukunft für die elektronische Gesundheitskarte meint:

am 29. Okt 2009 um 14:14

[...] Ärzte, die sich gegen das Projekt gestellt haben. Nun ist zum 01. Oktober diesen Jahres die Einführung der eGK gestartet, und schon gibt es die nächste Unstimmigkeit. Diesmal sind es nicht die Mediziner, [...]




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