Samstag, 19. Dezember 2009, 12:29 Uhr

Fakten, Zahlen und Resistenzen: Neues von der Schweinegrippe

Die Prognosen über den weiteren Verlauf der Schweinegrippe spalten die Experten in zwei Lager. Die einen sehen bis zum Mai des kommenden Jahres eine neue Welle der Infektionen, die anderen halten den Gipfel der Erkrankungen für bereits überschritten.

Fakten, Zahlen und Resistenzen: Neues von der SchweinegrippeDoch Prognosen und Vermutungen sind die eine Sache, Zahlen und Fakten die andere. Tatsache ist, dass zum jetzigen Zeitpunkt in der Bundesrepublik vorrangig das H1N1-Virus aktiv ist. In den untersuchten Proben mit Influenzaviren konnten die Erreger der Schweinegrippe nachgewiesen werden. Das Robert-Koch-Institut (RKI) weist der saisonalen Grippe einen nachrangigen Platz zu, denn es gibt keinerlei epidemiologischen Auswirkungen. Die südliche Erdhalbkugel war im Verlauf der gesamten Grippesaison hauptsächlich mit dem Schweinegrippenvirus befallen. Allerdings gibt das RKI zu bedenken, dass man von den Verhältnissen auf der Südhalbkugel nicht unbedingt Rückschlüsse auf einen möglichen Infektionsverlauf in Deutschland ziehen könne.

Zwei Grippewellen

In deutschen Landen mussten sich die Menschen bereits mit zwei Wellen der Schweinegrippe auseinandersetzen. Im Juli 2009 stiegen Infektionszahlen deutlich an. Zu Beginn des Monats August gab es wöchentlich rund 3.400 neue Erkrankungen. Nach diesem Grippegipfel nahm die Zahl der Erkrankungen kontinuierlich ab. Dabei hatten sich die meisten Menschen in ihrem Urlaubsort infiziert, die Erkrankungen innerhalb der Bundesrepublik pendelten sich bei weniger als 25 Prozent ein. Die zweite Welle kam dann im September 2009. In der 43. Kalenderwoche, also ab Ende Oktober, stiegen die Infektionszahlen stark und schnell an. Im November gab es fast 30.000 Infektionen innerhalb einer Woche. In der “Winterwelle” steckten sich fast alle Erkrankten in Deutschland an.

Private Krankenversicherung für 2010: Jetzt vergleichen!

Die neue Versicherungspflichtgrenze – Lohnt sich der Wechsel in eine PKV?

Fakten, Zahlen und Resistenzen: Neues von der Schweinegrippe

  • Vergleich inkl. Test-Sieger
  • Günstige Beiträge finden
  • Empfehlenswerte Gesellschaften
  • Unabhängig vom Anbieter
  • Kostenloses individuelles Angebot

Viele junge Infizierte

Es gab weiterhin wesentliche Unterschiede zu der saisonalen Grippe. Die Opfer der Schweinegrippe sind wesentlich jünger als die Menschen, die an der saisonalen Grippe erkranken. Der Median ist eine statistische Größe. Er trennt eine Verteilung in zwei Hälften. Dieser Altersmedian liegt bezogen auf die altersmäßige Verteilung der Schweinegrippe bei 15 Jahren. Bei den Fällen einer notwendigen Krankenhauseinweisung lag der Median bei 16 Jahren. Rund 70 Prozent der Fälle mit einer Klinikeinweisung waren jünger als 24 Jahre.

Gefährliche Risikofaktoren

Die Risikofaktoren spielen bei der Schweinegrippe offensichtlich eine große Rolle. Diese Faktoren sind Grunderkrankungen oder auch eine Schwangerschaft. Das Robert-Koch-Institut hat die Daten von 24.000 Erkrankungen mit der Schweinegrippe ausgewertet. Dabei konnte festgestellt werden, dass knapp drei Prozent der Patienten ohne Risikofaktoren in eine Klinik eingeliefert werden mussten. Bei Erkrankten mit Risikofaktoren waren es dagegen mehr als neun Prozent. Schwangere Frauen mussten rund 16 Mal öfter stationär behandelt werden als weibliche Patienten, bei denen keine Schwangerschaft vorlag. Dem Robert-Koch-Institut wurden bis Ende November 61 Todesfälle im Zusammenhang mit dem H1N1-Virus gemeldet. Bei 45 dieser Verstorbenen lag eine Grunderkrankung vor, also bei rund 75 Prozent der tödlichen Krankheitsverläufe.

Resistenzen

Wie auch immer der weitere Verlauf der Schweinegrippe sich darstellen wird, es könnte schwieriger werden. Inzwischen haben Mediziner der Universitätsklinik in Münster (UKM) nachgewiesen, dass es Schweinegrippe-Viren gibt, die gegen das Grippemittel Tamiflu resistent sind. Deshalb machte der ärztliche Direktor des UKM klar, dass die wenigen Grippemittel, die es zur Zeit gibt, verantwortungsvoll eingesetzt werden müssen. “Niemand sollte leichtfertig Tamiflu zu sich nehmen,” mahnt Norbert Roeder. Mit dem Mittel sollten nur Patienten behandelt werden, die nachweislich mit dem Schweinegrippen-Virus infiziert sind und dabei chronisch krank sind.

Aufruf zur Impfung

Der Mediziner am UKM rät auch auf diesem Hintergrund zur Impfung. Allein die Impfung bietet seiner Meinung nach wirksamen Schutz vor einer Infektion mit der Schweinegrippe. “Trotz der aktuellen Meldungen zum Abflauen der Neuinfektionen sollte die Grippe nicht auf die leichte Schulter genommen werden.”

Ihre Meinung zu “Fakten, Zahlen und Resistenzen: Neues von der Schweinegrippe”

Vollständiger Name:

E-Mail: (wird nicht angezeigt)

Website: (optional)

Spamschutz: Summe aus 2 + 7 ?

Hinweis: Wir freuen uns über Ihre Kommentare. Bitte bleiben Sie sachlich und konstruktiv. Alle Kommentare werden vor der Veröffentlichung von einem Moderator überprüft und sind nicht für jeden Besucher sofort sichtbar. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung.